Intoleranz in eigenen Reihen

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Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon 636 » Mo Apr 07, 2008 7:48 pm

ach Titus, ich bin doch bei Dir! :tätschel:

btw., ich kann blumeberlin durchaus verstehen, aber
das wäre hier arg OT, vielleicht ein Thema für einen
neuen Fred!?

Zum eigentlichen Thema fällt mir immer noch nicht
wirklich viel ein, außer, das es noch sehr ruhig zugeht, was
mich schon etwas wundert!

Aber mehr oder weniger direkt angesprochen, hält der ein
oder andere dann doch den Babbel, komisch ...

Bernd, der auch keine Montage ...
636
 

Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon blumeberlin » Mo Apr 07, 2008 9:50 pm

Ich hab euch nicht gemeint...ach, ich glaub, ich hab einfach einen schlechten Tag....
ich habs überhaupt nicht so gemeint....

Liebe Grüsse...

blume
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Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon dertreueHusar » Di Apr 08, 2008 7:14 pm

Mensch, jetzt geht's mir wirklich besser. Mach' dir keine Gedanken, kann ja jedem
mal passieren. Ich habe hier auch schon schlechte Tage gehabt.

Ich finde übrigens, es gibt genau so viele intelligente wie dümmliche Male-Doms
wie Male-Subs. Ich meine jetzt die wirklich echt veranlagten. Muss man ja heute
deutlich dazu schreiben.

LG
der treue Husar :byebye:

Ps.: Bernd, auf dich ist Verlass, danke!!! :lolly:
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Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon 636 » Di Apr 08, 2008 9:14 pm

Gut, ich versuchs einfach mal

Aber auch in den "eigenen Reihen" erfahr ich immer öfter Intoleranz.

hmmmm, mag dran liegen, dass entgegen der immer wieder zitierten
eigenen Toleranz, ein jeder von uns, in der vielschichtigen Welt
des BDSM Dinge findet, die er/sie halt nicht tolerieren mag!?

Persönlich nehm ich mich da nicht aus, aber wie an anderer Stelle
erwähnt, bin ich bekennend intolerant! :aufreg:

Das zuzugeben, fällt dem ein oder anderen entweder schwer, oder
aber auch nicht und irgendwann hat ein jeder seine persönliche
Hemm-Schwelle erreicht!?


...Ich bin Sub aber ansonsten bin ich total "alltagsdominant"...

Ja nee, is auch klar!
Mit zunehmender Dauer der Beziehung, wird sich diese Aussage sicher
relativieren!


...Subs sind meist extrem starke Persönlichkeiten und geniessen es als Kontrast sich mal fallenzulassen....


Bei denen, die all das als "Spiel" sehen, mag ich das gern unterschreiben!

...Ansonsten leben wir auf gleicher Augenhöhe..

Wir ja, also mein *Engel* und ich ...

...Devot bin ich nur meinem Dom gegenüber..


Wenn überhaupt, aber ... :fluester:


Fazit, meiner "Weisheiten", don´t worry ...

LG vom B.
636
 

Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon kiarahi » Mi Apr 09, 2008 7:58 pm

Persönlich nehm ich mich da nicht aus, aber wie an anderer Stelle
erwähnt, bin ich bekennend intolerant!


Pfui....sowas aba auch :aufreg: :D Das Du Dich nicht schämst ;-)

Das zuzugeben, fällt dem ein oder anderen entweder schwer, oder
aber auch nicht und irgendwann hat ein jeder seine persönliche
Hemm-Schwelle erreicht!


Ist halt nun die Frage wie man mit der eigenen Hemmschwelle umgeht.
Da kann ich nun abwertend reagieren, urteilen und meinem Gegenüber missbilligend entgegentreten.
Ich kann aber auch neugierig mir die Motive anhören warum derjenige nun "meine" Hemmschwelle nicht teilt und ihn deshalb als Mensch dennoch achten und respektieren.
Ich bevorzuge das zweite und würde mir halt auch wünschen, daß meine Mitmenschen ebenso mit mir umgehen.

@blume
:winken: geht mir auch manchmal so, daß ich mit dem falschen Fuss aufsteh....wird schon :-)

@titus
seh ich genauso....und das Du doch eher eine Ausnahme und sowieso einzigartig, ist doch ohnehin klar :rose: :lolly:
Kia :-)
Die größten Ereignisse sind unsere stillsten Stunden
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Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon ReignOfLight » Fr Jun 12, 2009 9:54 am

Der Thread ist zwar jetzt schon älter, aber aus aktuellem Anlass:

ich bin vor kurzem von einem sog. "male-dom" in einem Forum grundlos als "Schwuchtel" bezeichnet worden. Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher, dass sich derjenige in anderen Postings desöfteren intolerant gegenüber Homosexuellen geäußert hat (wobei ich gar nicht mal homosexuell bin!).

Nun gut, ob er als humorloser Mensch nicht mit Humor umgehen kann, ob das Testosteron seine grauen Zellen ertränkt hat oder ob er einfach nur ein einsamer Verlierer ist, der die Anonymität im Internet genutzt hat, um seinen Frust abzulassen...intellektuell ist das ein Armutszeugnis.

Grundsätzlich würde ich sagen, das Toleranz immer was mit Intellekt und Selbstbewusstsein zu tun hat, und nicht mit der Frage, ob SMer oder nicht. Und Leute, die meinen, sie müssten anderen vorschreiben, was in der "Szene" (wobei mir bislang nicht ganz klar ist, was das sein soll...ich hab bisher noch kein Antragsformular für eine Mitgliedschaft gesehen...) erlaubt ist und was nicht, gehen mir einfach nur auf den Keks. Ich hab manchmal jedoch das Gefühl, dass sich viele SMer gefährlich weit in ihre eigene kleine schwarze Scheinwelt begeben haben...und die kann eben auch schon mal mit der Realität kollidieren; je kleiner, je häufiger...
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Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon Fea » Mo Jun 15, 2009 9:22 am

Hallo zusammen,

hinfort ihr Ketzer! :D

Ist es nicht so, daß doch der Mensch die Krone der Schöpfung ist? Ist es nicht genau deshalb sein naturgegebenes Recht, zu entscheiden, was richtig und was falsch ist? Es hat doch der Mensch, weil er ja evolutionstechnisch ganz oben steht, das Recht zu urteilen, wer würde das denn je bezweifeln?

Und weil das Individuum Mensch an sich zur Unzufriedenheit neigt, wenn es nicht ausreichend in höchstem Ton besungen wird, sucht es sich Gründe um ein Mindestmaß an Huldigung zu erreichen. Nehmen wir nun den modernen Menschen, der entdeckt hat, daß er Neigungen in sich trägt, die mit der derzeitigen gesellschaftlichen Meinung nicht konform sind, so ist das für manchen Zeitgenossen ein Grund, sich jetzt selbst in der Rangfolge der Eliteschöpfung noch ein Stück nach oben zu schrauben. Wer kennt sie nicht, die, die sich mit ihren Neigungen schmücken, wie mit Diamanten. Die erhaben lächelnd, schon fast mitleidig auf jene Menschen herabblicken, die ja gar nicht mitreden können, weil es eh NUR "Stino´s" sind, die diesen öden Blümchensex praktizieren.

Gleich irgendwo in den ersten Minuten, nachdem nun obiger Zeitgenosse seine Neigungen entdeckt hat, erkennt er nicht nur sich selbst als ein außergewöhnliches Wesen, nein, er erlangt damit zeitgleich das Recht auf den einzig wahren und richtigen Weg BDSM zu erleben. Manchen ist es sogar egal, ob sie jemals überhaupt schon eine Session erlebt haben, das theoretische Wissen reicht völlig aus, um zu einem passenden Urteil zu kommen. Steht das nicht sogar genau so auch in jenem Buch, daß er vor einigen Wochen gelesen hat? Oder auf der 123456sten Internetseite, die er komplett durchgelesen hat?
Und wenn es da steht, dann ist es definitiv die Wahrheit. Zum einen lügt das geschriebene Wort nie und zum anderen irrt sich natürlich auch niemals einer, der etwas veröffentlicht. Es ist auch nie und nimmer möglich, eine Sache von mindestens zwei Seiten zu beleuchten und unterschiedliche Blickwinkel gibt es zum Thema BDSM sowieso nicht, es wäre ein Affront gegen die Sache an sich, wenn es da keine eindeutigen Regeln gibt, wie es nunmal richtig funktioniert.
Einer der sowieso schon am oberen Ende der Evolution angekommen ist, der würde doch nie und nimmer eine falsche Meinung vertreten können, der weiß wie es richtig geht, sonst wäre er ja nicht ganz oben in der Nahrungskette, oder nicht?

Nein, dieser Mensch ist ganz automatisch ein Führer, ein Alphatier im großen Rudel der Perversen, der weiß, was gut und was böse für die Seinen ist. Und genau deshalb muß er auch dagegen ankämpfen, wenn da jemand gegen den Strom schwimmen will, womöglich noch individuell nach seinem eigenen Gusto. Nein meine Herrschaften, also wirklich, so funktioniert das doch nicht!
Revolution in den eigenen Reihen, wo kommen wir denn da hin? Wie könnte der Mensch in einer Gesellschaft überleben, in der es sich jeder Dahergelaufene herausnehmen kann, einfach drauf los zu perversen, wie ihm gerade der Sinn steht? Die Straßenverkehrsordnung funktioniert doch auch nur deshalb, weil sich die Mehrzahl daran hält, also bitte, wie könnte BDSM funktionieren, wenn jeder von Euch da draußen seine eigenen Wege mit seinen Neigungen geht?
Da wittert der Alpha aber Anarchie und die kann er bestimmt nicht gelten lassen, wäre doch seine übergeordnete Stellung gefährdet. Wer würde ihn denn dann noch um seinen Rat fragen? Wen könnte er dann noch anleiten? Woran sollte er dann noch merken, ob und wie sein Wert geschätzt wird? Würde er nicht in der Rangordnung im WWW, bei Parties, beim Stammtisch, gefährlich weit unten rangieren?

Ergo, es kann nicht sein, was nicht sein darf und punkt. Master John wußte genau, was er tat, als er 128 Sklavenregeln aufgestellt hat, Ordnung muß sein und schließlich braucht auch unser Alpha seinen Halbgott, den er verehren kann und von dem er angeleitet wurde. Schließlich geht es ihm ja gut damit und er will ja nur das, was alle Guru´s wollen, das Beste für seine Schäfchen und ein wenig, wirklich nur ein kleines Bisschen Anerkennung während ihm der Rest der Perversen zu Füßen liegt und munter in sein Horn stößt. Also genau die Anerkennung, die Mister Obersuperschlau (bzw. Miss World BDSM) so im Alltagsleben unter den Stino´s gar nicht bekommen könnte, weil er/sie sich nicht ausreichend aus der Masse abheben kann.

Obiges Szenario lässt sich übrigens genau so auf andere Randgruppen, Vereine, Parteien, Gesellschaftsformen usw übertragen. Trotzdem, ich persönlich, hadere schon damit, daß es genau dort, nämlich in der "Subkultur", für meinen Geschmack zu viele Menschen gibt, die für sich selbst lautstark Toleranz fordern und selbst mit diesem Begriff im Bezug auf das Thema BDSM anscheinend nichts anzufangen wissen.
Klar, es menschelt, natürlich auch in BDSM-Kreisen. Niemand ist zu 100% tolerant. Aber, ich persönlich erwarte gerade in einem Kreis Menschen, der lautstark in die Welt posaunt, daß er nicht diskriminiert statt dessen toleriert (sogar akzeptiert) werden möchte, daß dieser Kreis intolerante Verhaltensweisen so gering als möglich hält. Statt dessen stelle ich in der letzten Zeit immer häufiger fest, wie groß doch die Zahl derer ist, die schwupps ohne viel Nachdenken und Empathie, ihren Kamm zücken, alle drüber scheren und das was übrig bleibt in eine bestimmte, häufig zu verurteilende, Kategorie steckt.
Alleine schon, daß wir eine Wortschöpfung wie "Stino" überhaupt erfinden mußten, um uns in unserer Nicht-Normalität (die wir aber lautstark als Normalität anerkannt wissen wollen) deutlich verbal abgrenzen zu können, stimmt mich sehr nachdenklich.
Der Umgang mit Neulingen im BDSM auf mancher Plattform lässt mir teilweise die Haare zu Berge stehen, ich wäre heute eher hyperkeusche Nonne, wäre mir das in meinen Anfängen so passiert.
Gegenseitiges Abverurteilen, abschätziges Verhalten und Bemustern an Stammtischen und auf Parties, Einmischungen in öffentliche Sessions (dem einen zu derb, dem anderen zu wenig), davon habe ich in der letzten Zeit einfach zu viel erlebt.

Etwas nicht zu verstehen, etwas in sich selbst eben nicht zu entdecken, das das Gegenüber hat, eine andere (gegenläufige) Meinung zu haben, Praktiken anders auszuführen, BDSM als Lifestyle, als Hobby oder als einfach nur ein Liebesspiel zu sehen usw, das ist doch völlig in Ordnung. Und wenn wir das als selbstverständlich für uns selbst sehen, sollten wir doch das gleiche Recht dem Gegenüber zugestehen ohne zu urteilen und/oder abzuwatschen. Die Bandbreite, die den Einzelnen und den Gruppierungen zur Verfügung steht, auch in unseren Neigungen, wird es nicht möglich machen, eine völlig homogene Masse hervorzubringen, die ja angeblich gar nicht gewünscht wird. Einige Mitmenschen scheinen das allerdings anders zu sehen und so rege ich mich auch immer wieder darüber auf (ja, es ist eigentlich verschwendete Lebensenergie, aber ich kann nicht anders), wenn ich merke, daß ich mal wieder einem Messias des BDSM gegenüber sitze.

Ich weiß nicht genau, da hänge ich selbst noch in meinen Überlegungen, aber seitdem Brigitte, Vogue, Praline, Superilu, Bunte und Co, BDSM-Praktiken als nicht mehr gesellschaftsuntauglich propagieren, habe ich den Eindruck, daß es einen gehörigen Zulauf zur Subkultur gibt und damit auch die Zahl der Erlebnisse mit Intoleranz größer wird. Wie gesagt, ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit, das muß ich noch verhackstücken für mich.

Momentan ist mir persönlich genau deshalb die Lust auf die BDSM-Öffentlichkeit vergangen, weil ich eben keine Lust mehr habe, mich vor der 35sten Person an einem Abend zu rechtfertigen, ob, wie, warum und überhaupt ich meine Neigungen genau so auslebe, wie ich es für mich als richtig empfinde,
Fea

PS:
Wikipedia sagt zum Thema Intellekt:
Intellekt (zu lat. intellectus: Innewerden, Wahrnehmung, Erkenntnis) bezeichnet die Fähigkeit, unter Einsatz von Denken Erkenntnisse und Einsichten zu erlangen; Denk-, Erkenntnisvermögen. Der Begriff steht in engem Bezug zu dem der Vernunft und des Verstandes.

Vielleicht hat Toleranz wirklich etwas mit Intellekt zu tun?
Fea
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Re: Intoleranz in eigenen Reihen

Beitragvon ReignOfLight » Mi Jun 24, 2009 9:19 am

In Bezug auf das www stimme ich Dir voll zu. Ich frage mich jedoch, inwieweit man in diesem Fall wirklich von Intoleranz im Sinne eines bewussten, irgendwie begründeten Versuchs einer Abgrenzung sprechen kann. Es ist nun einmal so, dass sich User auf den meisten Plattformen ohne weiteres anonym anmelden können, und somit quasi jedem Spinner die Möglichkeit gegeben wird, unbehelligt "die Sau rauszulassen". Um Diskussion geht es dabei gar nicht, sondern darum, sich zwecks Egopolitur oder als Frust-Ventil in Selbstgefälligkeit zu ergehen oder endlich mal ohne Hemmungen rassistische, frauenfeindliche oder ähnlich geartete Sprüche unters Volk zu bringen (anonym in einem Internet-Forum, wie heldenhaft!). Solche Beiträge haben intellektuell ungefähr so viel Gehalt wie eine Viertel Scheibe Weißbrot. Und würden die betreffenden Kandidaten sich derartige Äußerungen im richtigen Leben erlauben, hätten sie wahrscheinlich ziemlich schnell ein paar sitzen, und dann wäre die Frage der vielbeschworenen "Alltagsdominanz" nur noch die der körperlichen Überlegenheit...was voraussetzt, dass sie im richtigen Leben überhaupt mit anderen Menschen kommunizieren, wo ich mir bei einigen nicht so sicher bin...

Bei Stammtischen (oder besser bei dem einen, den ich erlebt habe) habe ich keine auf bestimmte BDSM-Neigungen bezogene Intoleranz feststellen können. Dass ich mit den Leuten da nicht klar kam, hatte andere Gründe. Es war eben schon eine kleine, bis zu einem gewissen Maß abgeschottete Parallelwelt, in der Aufgeschlossenheit und Humor fehl am Platz zu sein schienen, und das ist überhaupt nicht mein Ding. Explizite Äußerungen gabs aber nicht.

Neulingen würde ich von www-Plattformen abraten (okay, bis auf dieses Forum...), einfach aus dem Grund, dass man da im wahrsten Sinne des Wortes zugemüllt wird...mit Beiträgen wie den oben beschriebenen einerseits, mit kommerziellen Inhalten andererseits. Beides bringt jemand wirklich interessierten nicht weiter und vermittelt alles andere als die Realität. Die Frage ist, wie sehen die Alternativen aus?
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