24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

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24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Ardor » Di Jan 08, 2013 5:22 pm

Für mich selbst habe ich eine Abgrenzung von 2 Arten des D/S gefunden und möchte gerne eure Gedanken dazu hören.
Der Einfachkeit halber nehme ich die Begriffe in der weiblichen Form, geht natürlich auch andersherum.


Sklavin= symbolische oder sogar direkte Objektifizierung, wird genutzt oder wehrlos gehalten,
in vielen Fällen innerhalb des abgesprochenen Rahmens stark herabgewürdigt und gegebenenfalls erniedrigt.
Bei dieser Art von Miteinander stellte ich fest dass es zwar für Sessions gut geeignet ist,
aber im Alltag und ergo auch bei 24/7 denkbar schwierig wird. Denn es folgt sehr häufig ein Abhängigkeitsverhältnis,
welches weit über den erwünschten Grad hinaus geht und häufig auch irgendwann belastend für das Miteinander wird.

Dienerin= sie richtet ihr Augenmerk darauf dass es dem dominanten Part an nichts mangelt, widmet sich dem hingebungsvoll.
Allerdings ist es tatsächlich wie eine feste Aufgabe die entsprechend gewürdigt wird. Die Dienerin behält in jeder Sekunde ihre Ehre
und wird hoch wertgeschätzt. Sie ist jede Sekunde eine freie Person, und folgt aus ebenso freien Stücken den Anweisungen.
Dies ist zwar nicht weniger intensiv und ernst als die andere Art, aber dafür mit dem Ansatz der Selbstständigkeit.
Zudem wird nicht entwürdigt, sondern sie ist innerhalb des Verhältnisses sowie nach außen hin stolz und selbstbewusst.
Da sehe ich weitaus mehr Potential wenn es langfristig und durchgehend bestehen soll.

SM sowie Sex und andere Praktiken können natürlich bei beiden Formen enthalten sein, das sei daher mal außen vor gelassen.

Bin mal gespannt auf eure Erfahrungen/Meinungen.
Falls manches vom Geschriebenen unklar sein sollte, ruhig nachfragen.
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Chantalle » Fr Jan 11, 2013 9:07 pm

Ist eine Dienerin nicht auch gleichzeitig eine Sklavin?? Denn eine Sklavin "dient" ja auch. :roll:
Bin ein Mann, der gerne zwischen den Geschlechtern wandelt und wann immer Zeit und Lust hat, seine weibliche Seite auslebt.

Besuche doch mal meine Seite auf YouTube und / oder Flickr. ;)
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Kleanthes » Sa Jan 12, 2013 2:10 am

Ich bezweifle mal, dass es eine DIN-Norm für BDSM-Beziehungen gibt, so dass vermutlich unterschiedliche Leute unterschiedliche Sachen mit den Begriffen verbinden, so dass es vermutlich auch Leute gibt, die Dienerin zu was sagen, worunter andere schon eine Sklavin verstehen. Die Grenzen zwischen den Begriffen dürften auch sehr grau sein, d.h. viele Leute werden, wie überall, irgendwo dazwischen liegen und nicht an einem Extrem.
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon dertreueHusar » Sa Jan 12, 2013 2:20 pm

Gerade auch dieses Forum hat mich gelehrt, dass es in keinem Fall "DIE" Definition gibt.
Nicht für SM, nicht für sm-Begriffe, nicht für die eigene Art zu sein und zu leben. Es gibt
technische Definitionen: Atemreduktion - die Luftzufuhr regulieren. Ein Beispiel. Klar, das
ist einfach und verständlich.

Die Definition von 24/7, TPE, Sklave, Herrin etc. ist allgemein nur immer ein Anhaltspunkt.
Da bleibt am Ende nur die eigene Anschauung, die eigene Meinung und die eigene
Definition. Darum ist es auch anspruchsvoll darüber zu diskutieren. Gerade in diesem Forum
habe ich da viel lernen müssen. Ich erinnere mich an das ehemalige Mitglied hier, CaseySan,
der immer gleich mit dem SM- Wörterbuch von Grimme um die Ecke kam und meinte, dort
stände geschrieben und so hätte es zu sein. Dies hat hier heftige Diskussionen ausgelöst.

An dieser Stelle möchte ich von mir selbst berichten - und von meiner Beziehung zu meiner Lady S.

Seit 11 Jahren bin ich ihr Sklave. Wir leben diese Beziehung rund um die Uhr und ich habe mein
Sklaventum 2001 begonnen mit einem ausführlich aufgesetzten Sklavenvertrag, der nach meiner
damaligen Anschauung alles umfasste. Grins, so kann man(n) sich irren. Heute weiß ich, dass Sklaventum
nicht daraus besteht genau zu beschreiben, welche Züchtigungen und Strafen wann und in welcher
Form wofür anzusetzen sind. Im Nachhinein würde ich sogar ganz platt behaupten: Das war alles
Kopfkino von mir und hatte mit der Realität nichts zu tun.

Leider verfolge ich in der Szene sehr oft den Zusammenhang, dass sich ein Mann einer Frau versklaven
möchte, um nun fortan nur noch für sie da zu sein, keinerlei eigener Arbeit mehr nachzugehen, die
Finanzen ad acta zu legen und sich ganz von weiblicher Herrschaft "leben" zu lassen. Das ist für mich
"sich aus dem Leben stehlen wollen, weil man(n) es selbst nicht gebacken bekommt." Ich bleibe
ganz bewußt jetzt mal bei Lady S. und mir. Ich würde bei meiner Herrin jegliche Achtung verlieren,
wenn ich mich so gehen lassen würde. Meine Lady möchte unbedingt, dass ich eine Selbstachtung
besitze, eine eigene Meinung habe, eine eigene Persönlichkeit bin, die es im täglichen Leben schafft
für Essen und Trinken selbst aufzukommen und verantwortungsbewußt mit den Dingen des
Alltags adäquat umzugehen.

Ich gebe meine Persönlichkeit auch nicht an der Garderobe meiner Herrin ab und stelle meinen Witz
und Humor nicht in die Ecke. Sklaventum bedeutet bei uns, dass ich dann, wenn meine Herrin anderer
Meinung ist, dies in meiner Handlung akzeptiere und meine Meinung zurückstelle, wenn sie es einfordert.
Wenn sie die Hunde mit in den Urlaub nehmen möchte, ich aber lieber ohne Hunde fahre, dann darf ich
das sagen und zum Ausdruck bringen, ich muss aber akzeptieren, dass es mit Hunden losgeht, wenn sie
es so möchte. Dies dann ohne Theater zu machen und als selbstverständlich akzeptierend.

DAS ist dann Sklaventum. Das musste ich mühsam lernen. Sklaventum hat ja ganz viel damit zu tun, was
meiner Herrschaft wichtig ist. Jede Frau und Herrin hat da ganz eigene Vorstellungen und Meinungen.
Meine Lady hat eben ihre. Ich muss als ihr Sklave lernen diese zu leben, selbstverständlich und mit
eigenem Gribs im Kopf vorausschauend und erahnend möglichst schon vorbereitend unterstützend handeln
und wirken. Dies kann ich aber in keinem Handbuch nachlesen. Das ist dann eben gelebtes Sklaventum.

Bevor ich jetzt alle langweile und Romane schreibe, mache ich mal halt und würde mich auf ein feedback
freuen.

Liebe Grüße

der treue Husar :-)
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Pain_of_love » Sa Jan 12, 2013 2:26 pm

Irgendwer hat mal festgehalten, daß es Unterschiede zwischen Sub und Sklave/Sklavin gibt und zwischen Dom/ina und Top bzw. was das alles ist in seinen praktischen Ausprägungen. Letztlich hängt es von jedem einzelnen ab, wie er das theoretisch definiert (das muß man ja im Grunde noch nicht mal) und praktisch auslebt. Da mag der eine Dom/die Domina/Femdom über ein Pärchen lächeln oder lachen und für DIE BEIDEN ist es aber einfach ALLES, was zählt. Wie ich gestern schon mal wo schrieb, jeder findet sich am besten SEINE Art SM und lebt das für sich als Paar aus mitsamt der dazugehörigen indivduellen Begriffsdefinition "Sklave/-in", "Dom", "Domina/Femdom". EGAL, was andere sagen.

LG Pain
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Ardor » Mo Jan 14, 2013 1:45 pm

@Chantalle, Kleanthes und Pain_of_love
Es stimmt dass die Grenzen zwischen beiden Varianten verschwimmen können,
zumal es auch nur sehr grobe Unterteilungen sind. Vermutlich lassen sich
sowohl Zwischenstufen, als auch ganz andere Varianten dessen finden,
die in keins der beiden Muster vollends reinpassen.
Grade aufgrund der Subjektivität des Themas wurde sehr bewusst die Formulierung
"Für mich selbst habe ich eine Abgrenzung von 2 Arten des D/S gefunden" gewählt.

Man könnte den Grundansatz des Threads auch stattdessen so benennen dass mir 2 Grundrichtungen aufgefallen sind.. eine sehr respektvolle, und eine den/die Sub verachtende/entwürdigende Version.
Ohne moralische Wertung interessiert mich diesbezüglich der Gedanke ob Zweiteres alltagstauglich ist bzw dennoch lange halten kann. Berichte zu der Thematik wie der von dertreueHusar sind natürlich ebenfalls sehr willkommen.
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@dertreueHusar
Danke für die ausführliche Beschreibung dessen, wie du es lebst.
Das klingt sehr nach genau jener Version dessen, die auf gegenseitiger Wertschätzung basiert.
Wir benennen so etwas offenbar verschieden, was aber natürlich keine Rolle spielt.

Ich erlaube mir mal an dieser Stelle mal anzumerken, dass die Art dessen wie du hier
und in anderen Threads die ich gelesen habe schreibst, eine ziemliche Glücklichkeit
mit deinem "Sklaventum" ausstrahlt.

Scheint eine sehr gesunde Beziehung.. oder wie man es nennen möchte.. zu sein.
Ist zumindest so von außen der Eindruck.
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@sulpicia
Gut nachvollziehbar, dass es für euch beide schöner und "funktionierender" ist,
wenn die Maßstäbe sich innerhalb der Interaktion von alleine prägen und nicht
aus subjektiven oder pseudo-objektiven "Regelwerken für bdsm" sind.

Offenbar kannst du in deiner Beziehung voll und ganz aufgehen,
aber ohne dich selbst zu verlieren. Schön zu hören dass es sowas
doch öfter zu geben scheint als man angesichts einiger Personen die
das Bild der "Szene" häufig prägen, denken könnte. Denn da gilt oft
der Ansatz "wenn Sub glücklich ist, läuft da was falsch".
Natürlich wäre es etwas seltsam wenn man sein Subbie lieb und höflich buckelnd darum
bittet.. ob er/sie sich nicht vllt erbarmen könnte, einem zu gehorchen^^
Genauso wenn man sich bei Sm mit Wattebäuschchen beschmeißt.
Sein Subbie jedoch sehr zu ehren und ihr/ihm dankbar zu sein für die
Dinge die mit ihr möglich sind, kann und darf meiner Ansicht nach nicht
als Schwäche fehlinterpretiert werden.

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Gibt es hier auch Personen die 24/7 oder etwas Vergleichbares leben,
die so einer Handhabung für sich nichts abgewinnen können und ihr
Subbie(/sich selbst als Subbie) eher wie ein Objekt betrachten(/lassen)?
Falls ja, auf welche Art und Weise funktioniert das bei euch jeweils genau?
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Der Vollständigkeit halber führe ich an dieser Stelle mal meinen eigenen Bezug zum
Thema ein bisschen aus. Persönlich habe ich mit beidem Erfahrung. Allerdings waren
meine Sklavinnen für mich leider zu wenig wert.. und es hielt deswegen nie lange.
Erst seit ich meine Partnerin und Dienerin traf, die ich als Person absolut respektiere,
bekam das ungleiche Verhältnis eine große Halbwertszeit. Gefühlt "für immer"^^
Ardor
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon NichtSo!Doll » Mi Apr 26, 2017 6:27 pm

Die Definitionen finde ich sehr gelungen. Im Laufe der Zeit habe ich einige Frauen gehabt, aber von der Sklaverei, ob gewollt oder forciert, habe ich mich schnell verabschiedet. Erstens ist es auf Dauer anstrengend, da man sich die andere Person komplett zu eigen macht und zweitens hat es mich einer Weile auf einer sehr tiefen Ebene berührt, sie so zu sehen.
Am liebsten sind mir Dienerinnen mit Würde, die trotz ihrer Rolle sehr genau um ihre eigene Persönlichkeit und ihren Status wissen. Schlussentlich sollte es ein Spiel bleiben.
NichtSo!Doll
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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Chantalle » So Apr 30, 2017 7:06 pm

Irgendwie ist mir der Beitrag damals irgendwie entgangen +grübel+Kopfkratz+
dertreueHusar hat geschrieben:...
Leider verfolge ich in der Szene sehr oft den Zusammenhang, dass sich ein Mann einer Frau versklaven
möchte, um nun fortan nur noch für sie da zu sein, keinerlei eigener Arbeit mehr nachzugehen, die
Finanzen ad acta zu legen und sich ganz von weiblicher Herrschaft "leben" zu lassen. Das ist für mich
"sich aus dem Leben stehlen wollen, weil man(n) es selbst nicht gebacken bekommt."...

Das ist für mich "Selbstmord"!
Was ist, wenn die Herrin sich entscheidet, Ihren Sklaven, warum auch immer, den Laufpass zu geben? Dann steht Er da, ohne Arbeit, ohne Geld?? Was dann? Wie will Er dann weiterleben, vor allem SELBST-/ EIGENSTÄNDIG??
Bin ein Mann, der gerne zwischen den Geschlechtern wandelt und wann immer Zeit und Lust hat, seine weibliche Seite auslebt.

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Re: 24/7 mit Sklavin vs mit Dienerin

Beitragvon Tian » Do Mai 18, 2017 11:20 pm

@Chantalle: Volle Zustimmung. Man doch bei keiner Beziehung wissen, ob und wie lange sie hält.
Wenn ich mich in völlige, auch finanzielle und existentielle, Abhängigkeit zu jemandem begebe und dann vom guten Willen dieser Person abhängig bin... Das hätte ich als Hausfrau in den 50er Jahren auch haben können. Nein danke.

Zum Thema generell:

Ich persönlich halte nichts von diesen ganzen Definitionen. Ich weiß, dass sie sehr nützlich sein können, um klar zu stellen, wonach man sucht. Trotzdem definiert doch jeder diese Begriffe für sich individuell. Der eine versteht vielleicht unter "Dienerin" wieder etwas anderes als hier im Eingangspost geschrieben.
Aber da mein Liebster und ich nicht mit anderen spielen, brauchen wir auch keine Definitionen. Ich möchte eigentlich immer nur das sein, was er gerade will, was er gerade braucht. Immer. Egal, ob das bedeutet, sein gehorsames Mädchen, seine beste Freundin, sein willenloses Sexspielzeug, seine Ratgeberin oder was auch immer zu sein.
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