Wer lebt real 24/7

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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon Oblomow » Do Mai 14, 2009 1:36 am

24//7 Die unendliche Geschichte.

Da meine Vorstellungen in einem Forum immer nur sehr nichtssagend wirken und hier ein passender Thread ist in dem ich uns etwas detaillierter darstellen kann versuch ich es mal.

Unsere Beziehung begann wie die meisten in Form einer Spielbeziehung, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln begann. Die Basis war bei uns beiden eine annähernd gleiche Neigung im Bereich devot/ masochistisch auf der einen und dominant/ sadistisch auf der anderen Seite. Die ersten Erziehungsschritte bezogen sich darauf, meine Partnerin meinen sexuellen Bedürfnissen anzupassen. Wir leben beide getrennt, beide Wohnungen sind der Schauplatz für das Ausleben unserer Bedürfnisse, da wir beide ungebunden sind.
Danach begann ich sie in ein Gefüge von Regeln einzubinden, die zuerst nur als eine Erweiterung der Spielsituation gedacht waren. Die Kontrolle brachte uns dann schrittweise, eigentlich unbewusst stärker in die Nähe einer 24/7 Beziehung. Als uns das klar wurde haben wir über die Frage diskutiert und uns entschieden diese Möglichkeit als Ziel anzustreben. Welche Form diese 24/7 Beziehung annehmen würde und wo die Grenzen erreicht werden war uns nicht klar. Wir haben zuerst geklärt in welchen Bereichen die Sub völlig selbständig ihre Entscheidungen trifft. Damit wurden von vornherein die finanziellen, familiären und gesundheitlichen Belange ausgeklammert. Der Rest blieb offen. Es hat keinen Sinn schon im Vorfeld alles abzuklären. Es ist besser Schritt für Schritt vorzugehen und dabei die Grenzen langsam enger zu ziehen. Diese Schritte müssen kontrolliert werden und Fehlverhalten wird geahndet. Das veränderte die Form und das Verhalten in unserer Beziehung ganz wesentlich.

Die aufgestellten Regeln betrafen von nun an das Verhalten meiner Sub im Allgemeinen und das Verhalten mir gegenüber. Vorsicht: Nie zu viele Regeln auf einmal aufstellen. Schön langsam vorgehen. Der Weg ist das Ziel. Man muss der Partnerin ja auch die Zeit geben mit diesen Anordnungen leben zu lernen. Man wird auch die eine oder anderen Regel wieder au?er Kraft setzen, weil sie sich als nicht durchführbar herausstellt. Der Top muss sich darüber im klaren sein das die Kontrolle, zu mindestens an Anfang sehr Zeitaufwendig sein kann. Je enger er die Grenzen setzt desto mehr Entscheidungen hat er zu treffen und umso mehr Verantwortung lädt er sich auf. Aber das Ausleben dieses Machtgefälles ist uns für beide ein ungeheurer Lustgewinn. Wir haben sicherheitshalber die Möglichkeit so genannter Auszeiten vereinbart. Meine Partnerin hat sie nie genutzt. Ich schon. Der Grund war meine Befürchtung, dass sie ihre Selbstständigkeit verlieren könnte. War nicht der Fall, sie war und ist eine sehr starke Frau.

Selbstverständlich gelten auch in unserer Beziehung die grundsätzlichen Voraussetzungen weiter. Die seelische und körperliche Unversehrtheit,Sicherheitscodes, die Tabus und alle anderen Notwendigkeiten. Voraus schicken möchte ich, dass wir beide in Wien, mit dem Auto ca. 10 Minuten voneinander entfernt wohnen und uns beide im Ruhestand befinden. Kontrolle umfasst alle Kommunikationsmöglichkeiten. Telefon, Online, (auch die Übernahme ihres PC auf meinen) und so weiter . Die entscheidende Kontrolle ist allerdings die persönliche Kontrolle. Wir haben beide die Wohnungsschlüssel zu der jeweilig anderen Wohnung. Also muss sie damit rechnen, dass ich unangemeldet jederzeit auftauche. Als sie der Meinung war die Kontrollen finden nur unter Tag statt, bin ich eben am späten Abend aufgetaucht oder in der Nacht. Wie sieht nun unsere Beziehung jetzt konkret aus. Das entwickelte sich im Laufe eines Jahres und wurde konsequent und teilweise mit Härte durchgesetzt. Bei ihrer ausgeprägten Submissivität reichte meistens, aber nicht immer, eine Strafpredigt.

Einige Regeln beziehen sich auf den Tagesablauf und den Alltag. Sie hat sich zu bestimmten Zeitpunkten zu melden. Da das Aufräumen nicht meinen Vorstellungen entsprach, habe ich das geändert .Jetzt liegt nichts mehr herum. Sie ist vollschlank, dass mag ich. Aber als das etwas aus dem Ruder lief habe ich das tägliche Wiegen eingeführt und ihre Aufgabe besteht darin, ihr Gewicht in einer bestimmten Bandbreite zu halten. Sie braucht die Erlaubnis das Haus zu verlassen. Es gibt natürlich davon abweichende Entscheidungen. Einkaufen zu gehen usw. Sie hat abgesehen von Einkäufen die für die Lebenshaltung notwendig sind zu fragen. Sie hat dafür zu sorgen dass sie rasiert ist. Es gibt Kleidervorschriften z.B. da ich keine Strumpfhosen mag gibt es sie nicht mehr. Eine andere Kleidungsvorschrift besteht darin, dass sie zu Hause keinen Slip trägt.

D/S bedeutet für meine Sub die bewusste und gewollte Unterwerfung. Das hieß in unseren Fall das sie in erster Linie ein Lustobjekt für mich darstellt. Für sie bedeutet es, mir in jeder gewünschten Form zu dienen. Als das Einvernehmen darüber hergestellt war begann ich die Entwicklung in diese Richtung voranzutreiben. Bestrafung von Fehlverhalten ist dabei ein wesentlicher und notwendiger Bestandteil der Erziehung. Dazu hatte ich in einer langjährigen Beziehung genug Kenntnisse über die Dinge die sie als Bestrafung empfand. (Langzeit tragen eines Analplug hasst sie gerade zu) Es müssen nicht immer Schmerzen sein. Wenn sie aber durch Schmerzen bestraft wird, dann sind es Praktiken, die ihr in der Art wie sie angewendet werden, keinen Lustgewinn bringen. Brennnesseln sorgten dafür, dass ein grober Verstoß lange Zeit nicht mehr vor kam. Ich wende diese Tunnelspiele gern an, weil sie sehr nachhaltig wirken. Man glaubt nicht wie schnell Tigerbalsam gefügig macht. Auf der D/S Ebene sind Nichtbeachtung, Entzug von Körperkontakt, Sprachverbot in Verbindung mit einer bestimmten Sklavinnenposition und gleichzeitiger Demütigung bzw. Erniedrigung sehr effiziente Methoden. Das besondere an dieser Form von BDSM besteht darin, das sich z.B. aus einer Demütigung manchmal übergangslos und eigentlich ungewollt eine Session entwickelt. Es können auch normale Tätigkeiten in einer spielerischen Form ablaufen. Abstauben in einer unnatürlichen Haltung gefesselt, kann ein sehr reizvolles Spiel sein. (mit entsprechenden Kommentaren gewürzt). Körperkontrolle ist für meine devote Partnerin etwas das sie hasst. Aber die Erregung ist spür und sichtbar. Neben den Regeln läuft vieles im D/S Bereich über Anordnungen und direkte Befehle. Mit der bewussten und gewollten Unterwerfung verbindet sie aber die Forderung, ihr ständig das Gefühl des Beherrscht werden zu geben. Ich mag Rollen spiele nicht. Verwende aber bestimmte Komponenten daraus zur Demütigung und Erniedrigung. Essen auf dem Boden mit gefesselten Händen. Trinken aus einer Schüssel am Boden ohne Zuhilfenahme der Hände. Bodenhaltung. Auf allen Vieren fortbewegen. Natürlich spielt sich das, was ich hier schildere, nicht jeden Tag von morgens bis in die Nacht ab. Es gibt Tage da passiert rein gar nichts. Als sich unsere Art des 24/7 eingespielt hatte, hat sie mich um einen Sklavinnenvertrag gebeten. Es gibt ja im Netz genügend Entwürfe. Hab das meiste herausgenommen, weil ich es aus der Erfahrung unseres Zusammenlebens für undurchführbar halte. Was dort eine Sklavin alles zu tun hat, könnte ich mir beim besten Willen nicht merken. Habe aber in diesen Vertrag einiges eingebaut, dass bis heute nicht realisiert worden ist. Wahrscheinlich auch nie durchgeführt werden wird. Der Versuchung konnte ich einfach nicht widerstehen. Und sie hat es akzeptiert. Hätte es auch wieder raus genommen. Das Zusammenspiel von D/S und SM in einer 24/7 Beziehung bedeutet, dass das Ganze mehr ist als die Summe der Teile.

Liebe Grüsse aus wien
Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent aus Moral, zu 48 Prozent aus Hemmung und zu 50 Prozent aus Neid
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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon Fragende » Fr Mai 15, 2009 10:04 am

wer sichs auf sowas steht wird dies sicher gern lesen


ich bedaure immer mehr, dass es hier im Forum kein D/s Forum gibt


lg
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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon Zoë » Fr Mai 15, 2009 6:01 pm

Meine Liebe,

sieh, staune und schreibe....es ist da!!!!

Liebe Grüße
Zoë
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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon Trace » Mi Jun 25, 2014 9:37 pm

Hallo!

Ich glaube, dass jedes Paar seine eigene Definition des Umfangs von 24/7 hat...
Und ich glaube, dass eine vollständig konsequente Umsetzung sehr schwer funktionieren würde.
Sowohl aus Sicht des Top, wie auch des Sub.
Womit ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, war die Form, dass meine Top ein Codewort hatte, was mich jederzeit in den Sub-Status versetzen kommte - womit sie auch sehr gut umzugehen wusste ;)
Darüberhinaus haben wir uns, oft am Wochenende oder auch im Urlaub, feste Zeiträume gesetzt (zum Beispiel Samstag früh bis Sonntag abend) in denen wir 24/7 auf Zeit gemacht haben.
Das hatte bei uns bestens funktioniert und wir hatten immer schon eine Vorfreude auf das nächste Mal! ;)
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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon Tian » So Jun 29, 2014 6:44 pm

Trace hat geschrieben:
Ich glaube, dass jedes Paar seine eigene Definition des Umfangs von 24/7 hat...


Zum Glück. :)

Es gibt schon genug Vorschriften im Leben, da sollte man doch wenigstens als Paar in seiner Sexualität eigenen Wege gehen können und für sich selbst festlegen können, was 24/7 für einen bedeutet, ob und wie man es lebt und wie weit man gehen möchte.
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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon dertreueHusar » Fr Jul 04, 2014 2:07 pm

Da kann ich dir nur zustimmen. Jedes Paar ist einzigartig. Damit
auch die Ausprägung der eigenen Lebensform. Erlaubt ist,
was beide akzeptieren und Dritte nicht schädigt.

LG

der treue Husar :-)
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Re: Wer lebt real 24/7

Beitragvon sylviashea » Mi Jan 17, 2018 9:53 am

It is an exciting topic, I would like to know more details on it! Thanks for bringing this issue to our attention!
sylviashea
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