Dieselbe Sache und das alte Leid...

Mal was von der Seele schreiben und vielleicht auch einen Rat finden

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Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon Phaedra » Di Jul 06, 2010 6:57 pm

Hallo liebes Forum,

dass ich nicht allein mit meinem "Hadern" bin, habt ihr mit in meinem Vorstellungsthread ja bereits bestätigt. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mir irgendwie blöd vorkomme, da ich seit Jahr und Tag immer wieder vor denselben Problemen stehe und keine Lösung finde.

Das erste Mal mit BDSM beschäftigt habe ich mich mit... hmh, 14 oder 15. Bis zum meinem ersten "richtigen" Freund mit 18 verging dann kaum ein Abend ohne devote Fantasien vor dem Einschlafen. Manchmal hatte ich das Gefühl zu implodieren... und als ich mit 16/17 in ein Internat gewechselt bin, habe ich mit meinem BDSM-Faible regelrecht kokettiert, Peitschen an die Zimmerwand gehangen und "Bitte, Bitte" über den Gang schallen lassen. Was tut man nicht alles, um individuell zu sein. ^^ Aber ausprobiert habe ich... nichts.

Außerdem stieß ich schnell immer wieder an dasselbe Problem: natürlich habe ich das Internet nach Anregungen durchsucht, mir ein paar Büchlein gekauft und mich mit einigen Gleichgesinnten in meinem Freundeskreis ausgetauscht (aus irgendeinem Grund habe ich Talent dafür, devote Männer zu entdecken... was mir aber auch nicht unbedingt weiterhilft). Aber irgendwann (eigentlich recht schnell) stellt sich bei mir eine gewisse Übersättigung, ja, ich würde es fast Ekel nennen, ein. Vielleicht liegt das einfach daran, dass mir das meiste, was ich im Internet so finde, viel, viel zu weit geht. Oder dass so viel davon auf mich zu... "standardisiert" wirkt. Also lasse ich das Thema schnell wieder fallen und frage mich, ob ich überhaupt "dazugehöre". (Und muss mich noch an meine Top 10 der für mich erregendsten Stellen in Büchern, Filmen & Co erinnern, um zu wissen, dass es wohl doch so ist, und das schon seit Kindertagen.)

Nun gut, das ist das eine Problem.
Das andere ist: ich habe Angst, wirklich große Angst.

Wie oben schon geschrieben, hatte ich mit 18 - reichlich spät für mein Umfeld - meinen ersten festen Freund. Gereizt hat mich an ihm rückblickend wohl tatsächlich die subtil-dominante Ausstrahlung, aber gerade sein restliches Äußeres hat mich z.B. nie wirklich angesprochen und wenn es um Dinge wie Werte und Lebensplanung ging, lagen wir Galaxien auseinander. Allerdings hatte ich zumindest am Anfang einige wenige Male die Chance, meine devote Ader auszuleben. Geredet haben wir jedoch nie darüber und als er die kleinen "Experimente" vom Beginn nicht mehr fortgesetzt hat, habe ich - großer Fehler, ich weiß - mein Glück auf anderen Ebenen gesucht, und mich letztlich in eine völlige emotionale Abhängigkeit ihm gegenüber begeben. Und mir noch eingebildet, dass ich zufrieden damit wäre, von ihm mehr oder weniger brutal genommen zu werden. (Heute wird mir schlecht, wenn ich daran denke...)

Letztlich ist in der Beziehung so alles schiefgegangen, was so schiefgehen kann (wir haben nie über Gefühle oder Bedürfnisse geredet, er hat mich immer öfter angelogen und wie Dreck behandelt, ich habe ihn dafür gehasst, wie sehr er mich verändert hat und ihn gleich mit zwei anderen Männern betrogen, was dann zum Ende der Geschichte wurde) und ich war froh, als ich halbwegs unbeschadet aus dieser Beziehung wieder herausgekommen bin!

Mein jetziger Freund (der einer meiner beiden damaligen Seitensprünge war), mit dem ich quasi sofort nach Ende dieser Beziehung zusammen gekommen bin, ist für mich das völlige Gegenteil... ich finde ihn wunderschön, vertraue ihm, kann ihm alles erzählen, völlig ich selbst sein, teile mein Leben und meine Sorgen mit ihm, und bin mehr als glücklich, mit ihm zusammen zu wohnen. Jeden Tag ist er wie Balsam für meine Seele und ich bade in Glück, wenn ich ihn nur ansehe. Lange ging das in Bezug auf meine BDSM-Neigung gut, denn ich wollte nach den schlechten Erfahrungen aus meiner vorherigen Beziehung erst einmal nichts mehr damit zu tun haben.

Bis jetzt. Keine Ahnung, warum - vielleicht, wegen der Bemerkung eines Freundes vor drei Tagen bezüglich zweier Bücher, die ich ihm ausgeliehen habe -, aber irgendwie ist alles wieder da: die Fantasien, das Brennen, endlich einmal die Bilder in meinem Kopf in der Realität zu sehen; gleichzeitig die Angst und der Ekel. Uns vor allem: ich fühle mich immer und immer wieder noch zu jung dafür. Zu labil, zu durcheinander. Ich habe bereits viele (sexuelle) Wünsche, von denen ich schon ewig träume, dank meines wunderbaren Partners ausleben können. Aber bei diesem einen Punkt zögere ich, mehr als bei allen anderen.
Manchmal denke ich mir, dass ich schon allein deshalb warten sollte, damit ich in höherem Alter noch etwas Neues zu entdecken habe und ich nicht resigniert feststelle, dass jetzt nichts Aufregendes mehr bleibt. ("Aus jungen Huren werden alte Betschwestern"?) Dann wieder, dass es mit irgendwelchen fremden Leuten aus dem Internet eh nichts würde und ich besser darauf warte, dass mir jemand in meinem Umfeld über den Weg läuft.

Aber dann sitze ich wieder völlig unkonzentriert im Hörsaal, weil mich irgendeine Fantasie mitreißt und frage mich, wie lange ich das noch aushalte...

Tja.. langer Text und viele Gedanken. Sicher gibt es keine einfache Antworten auf meine Fragen. Aber vielleicht habt ihr dennoch einen Ratschlag für mich? Wie habt ihr denn überhaupt eure jeweiligen (BDSM-)Partner gefunden? Und wie zentral ist diese Neigung für euer Sexleben? (denn für mich gibt es noch reichlich anderes, das mich erregt... aber wohl nichts so effizient.) Und vor allem: wie geht ihr mit all den widerstreitenden Gefühlen diesbezüglich um? (Oder habt ihr die nicht?)

Viele Grüße (ich hoffe, der ein oder andere tut sich doch meinen langen Text an ^^),
Phaedra
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon Littlewonder » Mi Jul 07, 2010 4:50 pm

Hallo Phaedra,

so ein bißchen hab ich das Gefühl du machst es dir gerade selber schwer, weil du den einfachsten und naheliegensten nächsten Schritt zur Lösung deines Problems nicht annehmen kannst.
Du hast einen Freund, bei dem du, wie du schreibst, so sein kannst, wie du bist, der verständnisvoll ist, auf deine Wünsche eingeht.
Redest du mit ihm auch über deine BDSM-Fantasien? Oder stellst du ihn irgendwie auf einen Sockel und du denkst, er ist einfach zu nett und rücksichtsvoll um irgendwelche 'schmutzigen' Szenarien mit dir auszuleben? Er ist nicht dein Therapeut sondern dein Partner...
Oder ist das Problem, dass es um deine Bi-Neigung geht oder die Vorstellung, dass es eine fremde Person sein soll, die dir gerade nicht nahe steht, oder...oder...??

Wie ich meinen (BDSM-)Partner kennen gelernt habe? Naja, ich war 20Jahre mit ihm verheiratet (sind wir noch), dann haben wir uns kennen gelernt (und sind immer noch nicht damit fertig...), so einfach kann das sein :D Der Aspekt BDSM ist mal wichtig und mal nicht so wichtig, das hängt von vielen Einflüssen ab und nicht zuletzt von der Lust des jeweiligen Augenblicks ;-)
Manchmal dauert es ziemlich lange bis sich widersprüchliche Gefühle klären, also lass dir Zeit. Aber: Nicht mit dem Gedanken, um dir was für's Alter aufzuheben, sondern weil jede Entwicklung ihre eigene Geschwindigkeit hat.
LG
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon Phaedra » Mi Jul 07, 2010 5:33 pm

Hallo littlewonder,

ja, ich habe schon mit meinem Freund über meine BDSM-Fantasien geredet. Er hat mir dazu in erster Linie erzählt, dass seine Exfreundin sich von ihm das ein oder andere in die Richtung gewünscht hat und er das überhaupt nicht wollte und konnte... andererseits kann das natürlich auch an der Exfreundin gelegen haben. ;-)

Ich würde allerdings auch nicht wollen, dass er mir zuliebe irgendetwas "spielt", was er nicht selbst empfindet... ein paar Mal hat er das wohl versucht, aber mir war das eher unangenehm. Tatsächlich sehne ich mich in dieser Hinsicht eher nach jemandem, der von sich aus dominant ist bzw. den es wirklich erregt, einen anderen Menschen zu erniedrigen und der das nicht nur seiner Freundin zuliebe macht. ;-)

Aber du hast schon auch recht, dass ich meinen Liebsten ein klitzekleines bisschen auf einen Sockel hebe... nicht ganz unabsichtlich. Für mich ist BDSM ganz sicher nichts Schmutziges oder "Perverses", aber ich sehe dennoch die Gefahr darin, mich emotional und psychisch zu verlieren - frei nach dem Motto: wenn du lange genug in den Abgrund hinein schaust, schaut der Abgrund in dich zurück. Für solche Momente würde ich mir dann einfach einen "sicheren Hafen" wünschen - den ich ja definitiv (auch in Bezug auf ganz andere Abgründe) in meinem Partner gefunden habe. Also ja, die Vorstellung (bzw. der Wunsch=, dass es sich um eine mir vertraute, aber nicht zu nahe stehende Person handeln sollte, spielt definitiv eine Rolle.

Littlewonder hat geschrieben:Wie ich meinen (BDSM-)Partner kennen gelernt habe? Naja, ich war 20Jahre mit ihm verheiratet (sind wir noch), dann haben wir uns kennen gelernt (und sind immer noch nicht damit fertig...), so einfach kann das sein


Schön formuliert! *lach* Ja, ja, das Leben ist bunt und unvorhersehbar... danke für die Ratschläge! :wink:
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon Andrej » Di Jul 13, 2010 4:48 pm

Jemanden
den es wirklich erregt, einen anderen Menschen zu erniedrigen und der das nicht nur seiner Freundin zuliebe macht.



Hallo Phaedra,

Ich versuche mal ein paar Sätze dazu zu schreiben. Ich weiß aber noch nicht wirklich ob ich es auch schaffe auszudrücken was ich meine :)



Die Sache mit der Erregung ...
Ich glaube das ist immer etwas das von beiden Seiten ausgehen muss, bzw sich bis zu einem bestimmten Punkt wirklich auch gegenseitig bedingt.
Wenn ich meiner Freundinn dabei zusehe wie sie ihren spaß hat, wie sie erregt wird, wie sich ihre Lust entwickelt .... Dann wird das für ich auch zu einer schönen Situation. Es erregt mich zu wissen das sie ihren Spaß hat.

Wenn ich dagegen merke wie sie angespannt ist, es nicht "genießen" kann beziehungsweise wie sie sich "negativ unwohl" fühlt, dann empfinde ich auch keinerlei spaß an der Situation.
Ich hoffe du verstehst was ich mit "negativ unwohl" meine.


Ich glaube das Problem liegt oft bei der Tatsache das man bei den ersten versuchen viel zu verkrampft ist.
- "Ich tue etwas das ich eigentlich gar nicht will"
- "Ich muss dafür sorgen das ihm das gefällt, komme was da wolle"
- "Dieser Abend könnte über den Rest unserer Beziehung entscheiden"
- "Ich hoffe ich mache nichts falsch."
- "Mein Gott, bin ich pervers"
sind vermutlich nur einige der Gedanken die einem dabei durch den Kopf gehen.

Schafft ihr es aber euch beide! zu entspannen, und einfach nur an dem "spiel" eure Freude zu haben, kann all das schon wieder gaaaaaaanz anders aussehen.

Ich hoffe mich halbwegs verständlich ausgedrückt zu haben.
Wenn du dazu fragen hast, immer her damit.

Grüße
Andrej
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon dertreueHusar » Di Jul 13, 2010 7:39 pm

Hallo Phaedra, :)

es gibt keine allgemein gültige Verfahrensweise zum Glück. Da ist jede
Beziehung so individuell, so unvergleichlich, dass man nicht wirklich aus
den eigenen Erfahrungen Ratschläge ableiten kann. Das geht gar nicht.

Was ich dir aus meinen gewonnenen Erkenntnissen vermitteln kann, ist die
die Tatsache, dass du ganz offenbar echt SM veranlagt bist. Diese Veranlagung
macht im Laufe des Lebens Entwicklungen durch, manchmal auch ad hoc heftige
Sprünge. Was bleibt ist deine Veranlagung, die geht mal zwischendurch unter
die Wahrnehmungslinie deines Bewußtseins - ganz weg ist sie jedoch deshalb
trotzdem zu keinem Zeitpunkt.

Was heißt das? Ein Partner, der damit nicht wirklich was anfangen kann, ist
wahrscheinlich der Falsche für dich. So grausam das klingt. Es gibt Partner,
die aus Liebe so manches bereit sind zu leisten, das kann dann auch funktionieren,
dafür ist jedoch eine sehr weitreichende Offenheit wichtig, die nicht jeder in
der Lage ist zu leisten. Ich glaube jedoch, dass du nur wirklich glücklich werden
wirst, wenn du einen ebenfalls SM veranlagten, zu dir kompatiblen Mann
gefunden hast.

Wenn man so jung ist, wie du, sollte man die ersten Beziehungen als Hinweisschilder
zu dem betrachten, was man wirklich sucht und wer man wirklich ist. Deshalb behaupte
ich auch immer zum großen Leidwesen meiner volljährigen Mädchen, dass man erst
mit 30 Jahren erwachsen geworden ist. Dann weiß man schon ganz gut, was man will
und was man für sich braucht.

Ich kann dir deshalb nur den Rat geben, pass auf dich auf, schau, dass deine Bedürfnisse
nicht verloren gehen, sondern thematisiert sind und du keine faulen Kompromisse machst,
die dich nachher einholen werden, worauf du dich ganz fest verlassen kannst. ;-)

Letztlich muss jede Beziehung mehr positive als negative Anteile aufweisen, sonst
scheitert sie. So jung findet man nur in wenigen Ausnahmefällen den Partner, der wirklich
passt. Auch deswegen ist die Scheidungsrate heute so groß. Du musst für dich selbst
gewichten. Zufriedenheit und Erfüllung im sexuellen Bereich kann man in der Regel nicht
außerhalb der Partnerschaft herstellen. So achte darauf, dass du hier soviel bekommst,
dass du damit auf Dauer klarkommen kannst, auch dann, wenn die Phasen der reduzierten
SM Bedeutung vorbei sind.

Liebe Grüße

der treue Husar :)
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon Phaedra » Di Jul 13, 2010 9:40 pm

Hallo ihr...

Ich sehe schon, vertracktes und verworrenes Gebiet!

Hmh. Hmh! Ich muss zugeben, dass mir die Vorstellung, dass BDSM nur mit meinem Lebenspartner auslebbar sein soll, ziemlich widerstrebt. Egal aus welcher Richtung betrachtet - ob ich nun von meinem jetzigen Freund ausgehe und mir vorstelle, mit ihm auch mal ein paar "härtere" Spielarten auszuprobieren, oder umgekehrt die Vorstellung, dass ein im BDSM-Bereich passender Partner dann auch gleich mein Freund sein muss... gefällt mir beides nicht so recht.

Ist es denn nicht möglich, das parallel zu leben? Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass mein Freund und ich uns gegenseitig auch sexuellen Freiraum geben und uns z.B. gelegentlich auch mit anderen Paaren treffen... und das soll auf der BDSM-Ebene nicht möglich sein?

@Husar:
Tja, alles was ich bezüglich junger Liebe sagen könnte, dürfte unglaubwürdig klingen, da man wohl immer versucht, die aktuelle Beziehung zu verteidigen. :D
Immerhin habe ich in meiner Familie ein Gegenbeispiel, dass sie auch funktionieren kann: meine Eltern haben sich mit 16 kennen gelernt und kürzlich Silberhochzeit gefeiert. ;-) Aber ich habe auch schon gemerkt, dass man dieses Glück nicht einfach übertragen kann...

Trotzdem schreibst du ja selbst:
Letztlich muss jede Beziehung mehr positive als negative Anteile aufweisen, sonst scheitert sie.

...und da kann ich dir versichern, dass ich mich niemals so frei, sicher und glücklich wie in meiner jetzigen Beziehung gefühlt habe und noch niemals zuvor bei einem Menschen das Gefühl hatte, so sehr ich selbst zu sein. Von faulen Kompromissen kann bestimmt keine Rede sein. :-) (und von fehlender sexueller Befriedigung definitiv auch nicht :D )

Nein, mein "Problem" ist nicht wirklich der Konflikt "Partner ohne dominante Neigung vs. eigene Bedürfnisse", sondern dass ich immer und immer wieder vor dem ersten Schritt zurückschrecke... vielleicht, weil ich nur wenige überzeugenden Erfahrungen mit dem Treffen von "Internet-Bekanntschaften" gemacht habe? Vielleicht aber auch, weil ich mir nicht vorstellen kann, eine BDSM-Beziehung emotional zu ertragen? Jedenfalls habe ich Angst, ganz furchtbare Angst... und die hält mich viel mehr von allen "Experimenten" ab, als es mein Partner jemals könnte.

Viele Grüße & danke für eure Zeit,
Phaedra
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon sulpicia » So Jul 25, 2010 7:58 pm

Nein, mein "Problem" ist nicht wirklich der Konflikt "Partner ohne dominante Neigung vs. eigene Bedürfnisse", sondern dass ich immer und immer wieder vor dem ersten Schritt zurückschrecke... vielleicht, weil ich nur wenige überzeugenden Erfahrungen mit dem Treffen von "Internet-Bekanntschaften" gemacht habe? Vielleicht aber auch, weil ich mir nicht vorstellen kann, eine BDSM-Beziehung emotional zu ertragen? Jedenfalls habe ich Angst, ganz furchtbare Angst... und die hält mich viel mehr von allen "Experimenten" ab, als es mein Partner jemals könnte.


Hallo Phaedra!
Der Beitrag ist zwar schon ein paar Tage als, aber Deine letzten Sätze sind mir so nahe gegangen, dass ich trotzdem noch
darauf antworten möchte. Ich kann Dich SO gut verstehen! Ganz genau so ging es mir Ende letzten Jahres, als ich gemerkt
habe, wie die Gefühle, die schon immer in mir waren, plötzlich nach oben kamen und sich nicht mehr wegschieben
ließen. Nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt keinen Partner hatte.

Dieser erste verflixte Schritt hat mich fast wahnsinnig gemacht. Ich wollte in keinen Chat. Erstens chatte ich nicht gerne,
zweitens hatte ich Angst. Kontaktanzeige? Nein. Habe ich mich nicht getraut. Einfach mal einen nett klingenden Dom
in einem Forum eine PN schicken? Auch nicht. Ich wollte, hatte aber immer zu viel Angst, um irgendwie aktiv zu werden.
Vielleicht, weil mir bei sowas die aktive Rolle noch nie gelegen hat, wer weiß? Und ich hatte Angst davor, zu erfahren, wie
sich mein Kopfkino in der Realität anfühlen würde...

Wie habt ihr denn überhaupt eure jeweiligen (BDSM-)Partner gefunden?


Meinen ersten Dom habe ich dann dadurch kennen gelernt, dass ich IHM aufgefallen bin. Durch irgendeinen Beitrag.
Zwei Wochen lang haben wir PNt, gemailt und telefoniert. Als er sich dann treffen wollte, hab ich trotzdem richtig Panik
gehabt. Meine beste Freundin hat auf mich eingeredet, wie auf ein verstörtes Pony, weil ich so unsicher war, ob das, was
ich da tue, auch wirklich richtig ist. Die Arme musste ganz schön was aushalten...

Als er dann zur Tür rein kam, habe ich gedacht, ich falle tot um. Aber er war ganz, ganz toll.

Fazit: Ich hatte einfach Glück. Gehört auch zum Leben. Vielleicht brauchst Du jemanden, der Dich ein bisschen zum
ersten Schritt lenkt. Ich wenigstens brauchte es. Und sich finden lassen, dauert sicher länger, als selbst zu suchen, aber
klappen kann es durchaus.

Ich wünsche Dir alles Gute für Deinen Weg! :ja:

Liebe Grüße
Sulpicia
"Schön ist eigentliches alles, was man mit Liebe betrachtet. "
(Christian Morgenstern)
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Re: Dieselbe Sache und das alte Leid...

Beitragvon Phaedra » So Jul 25, 2010 8:44 pm

sulpicia hat geschrieben: Meine beste Freundin hat auf mich eingeredet, wie auf ein verstörtes Pony, weil ich so unsicher war, ob das, was ich da tue, auch wirklich richtig ist. Die Arme musste ganz schön was aushalten...


:wink:
Das kann ich mir grad ziemlich gut vorstellen, so würde ich mich bestimmt auch verhalten!
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